Home
Reading
Searching
Subscribe
Sponsors
Statistics
Posting
Contact
Spam
Lists
Links
About
Hosting
Filtering
Features Download
Marketing
Archives
FAQ
Blog
 
Gmane

From: Klaus Graf <klaus.graf-qkQT9i9ufGvGXNcPdrR9+QBBhMqQ4zRThC4ANOJQIlc <at> public.gmane.org>
Subject: Re: Defekte Links
Newsgroups: gmane.culture.libraries.inetbib
Date: Wednesday 15th August 2012 13:38:30 UTC (over 6 years ago)
On Wed, 15 Aug 2012 14:26:41 +0200
 "Dirk Rothe"  wrote:
> > Das Problem nicht-funktionierender Links ist praktisch
> so alt wie das
> > WWW und innerhalb von Bibliotheken oder Universitäten
> nach meiner
> > Erfahrung keinen deut' besser als bei kommerziellen
> Anbietern. Da
> > nicht-funktionierende Links bei Google zu einer
> Ranking-Abwertung führen
> > können, werden kommerzielle Anbieter vermutlich sogar
> mehr darauf
> > achten, dass Links möglichst lange erhalten bleiben,
> Weiterleitungen
> > eingerichtet werden oder dem Nutzer zumindest
> vernünftige
> > 404-Fehlerseiten angeboten werden, wenn er auf einen
> toten Link stößt.
> > Da gibt es bei vielen Bibliotheken wohl noch
> erheblichen Nachholbedarf.
> >
> > Und wer glaubt, dass Problem könnte man durch URNs o.ä.
> lösen - die
> > Praxis zeigt auch hier das Gegenteil. Nicht
> funktionierende URNs oder
> > andere Identifier (Handle etc.) gibt es wie Sand am
> Meer, das zeigen
> > unsere praktischen Erfahrungen im BASE-Kontext.
> 
> Letzteres scheint mir doch etwas weit hergeholt. URNs und
> ähnliche  
> persistente Identifier bieten zumindest eine klare
> konzeptionelle Antwort  
> auf das Problem von toten Links. Vom "Gegenteil" würde
> mich nur eine  
> nachvollziehbare statistische Analyse überzeugen  - und
> weniger Ihre  
> subjektiven Eindrücke.

Dass es bei URNs Probleme gibt, fiel mir immer wieder auf.
"Wie Sand am Meer" entsetzt mich aber genauso wie meine
Feststellungen zu Hochschulschriftenservern und DNB-Links
in dem Nibelungenlied-Beitrag, der ja eigentlich eine ganz
andere Zielsetzung hatte. Da Edlef Stabenau dem Netbib-Wiki
ohne Archivierung und Weiterleitung zu aktuellen Links den
Saft abgedreht hatte, wollte ich den seinerzeitigen Stand
mit dem heutigen Stand vergleichen. Die defekten Links
waren da eher ein Nebenergebnis.

Nibelungenlied Schniebelungenlied mag manch einer denken,
dem das Thema am ... vorbeigeht. 

Aber offensichtlich hat die UB Wuerzburg mehrfach die
Zusammensetzung ihrer OPUS-URLs geaendert, im Jahr 2000
fingen diese mit erl. an.

Ich habe jetzt im DNB-Katalog gesucht:

Ergebnis der Suche nach: hss=Würzburg and jhr=2000-2005
(Einschraenkung Online Ressourcen)

Die URNs scheinen alle zu funktionieren, aber im Feld URL
sind nach Stichproben ALLE Links defekt. Und das sind ueber
1350 Arbeiten aus allen Fachgebieten!

Ich persoenlich find das schon ungeheuerlich, dass da
tausende Links defekt sind und die DNB merkt nichts davon
bzw. aendert sie nicht, wobei ich - vielleicht sehr naiv
und letztlich doch gutglaeubig, obwohl ich besser wissen
sollte -  durchaus davon ausgehe, dass bei einer einzigen
Meldung alle Wuerzburger Links bereinigt worden waeren.

Sind die defekten Links vielleicht aus dokumentarischen
Gruenden im Katalog der DNB notwendig? Aber cui bono? Sie
aergern doch den, der draufklickt.

Wieso streicht man nicht einfach die lokalen URLs und
verlaesst sich auf den URN?

Wohl ueber den Worldcat sind die defekten Links vermutlich
weit gestreut, siehe z.B.

http://www.researchgate.net/publication/35418065_Fanconi-Anmie_Elektronische_Ressource__eine_unverstandene_Krankheit_auf_dem_Weg_zur_Gentherapie__am_Beispiel_einer_jungen_Patientin_

Hier ist ein Link aus Google Scholar zu den Zitaten einer
dieser Wuerzburger Dissertationen:

http://scholar.google.com/scholar?cites=14555071896705391526&as_sdt=2005&sciodt=0,5&hl=en

Angeklickt habe ich
http://arxiv.org/pdf/cond-mat/0502133.pdf
und da steht auch
der defekte Link!

Das folgende ist eine Google-Suche nach einem typischen
Teilstring der alten URL (mit der Option "Wortwörtlich",
links einstellbar):
http://goo.gl/0RNtZ

Man sich anhand von

http://web.archive.org/web/20070609111029/http://opus.bibliothek.uni-wuerzburg.de/opus/volltexte/2004/744/

davon ueberzeugen, dass dem Benutzer bis ca. 2007
vorgegaukelt wurde, dass die URL ebenso stabil ist wie der
URN:

"Bitte beziehen Sie sich beim Zitieren dieses Dokumentes
immer auf folgende
URN: urn:nbn:de:bvb:20-opus-7443
URL:
http://opus.bibliothek.uni-wuerzburg.de/volltexte/2004/744/
"

(Bei http://drops.dagstuhl.de/opus/volltexte/2012/3469/
-
der Link funktioniert! - hat man uebrigens noch einen DOI
draufgepackt.)

Wenn man sich "immer" darauf beziehen soll, dann heißt das
doch, dass diese Adresse auch "immer" bestehen bleibt,
oder?
Wie soll ich das meinen Studenten erklaeren, denen ich
Informationskompetenz beizubringen versuche? Die nehmen
vermutlich die URL statt des URN, weil sie damit eher etwas
anfangen koennen.

Ob es ausser Bonn und Wuerzburg noch weitere Faelle unter
den OPUS-Anwendern gibt, weiss ich nicht. Aber auch wenn es
nicht die Spitze eines Eisbergs ist, ist es schlimm genug,
da viele tausende Dissertationen betroffen sind.

Ausser dem Versagen der DNB und der beiden
Universitaetsbibliotheken sehe ich auch ein Versagen der
OPUS-Entwickler, die eigentlich sicherstellen sollten, dass
URL-Aenderungen nicht so einfach moeglich sind.

Natuerlich unterstuetze ich die Anregung, dass BASE defekte
URNs und Handles empirisch dokumentiert, aber bereits die
in dieser Mail mitgeteilten Beobachtungen sind geeignet,
jegliches Vertrauen in die wissenschaftlichen Bibliotheken
zu zerstoeren, wenn es um Persistent Identifier geht. Denn
auch wenn bei den OPUS-Dokumenten nicht Persistent
Identifier oder dauerhafter Link usw. dabei stand oder
steht, durfte man sie mit Fug und Recht als solche ansehen.

Klaus Graf  

 

 

-- 
http://www.inetbib.de
 
CD: 10ms